Die ‘Angst’ stellt einen immer stärkeren Bezugspunkt für repressive staatliche Politiken dar. Mit Angst wird nicht nur sprichwörtlich Politik gemacht – die ‘Angst’ vor terroristischen Angriffen führt zu dem stetigen Abbau von Bürger_innenrechten, die ‘Angst’ vor gewaltbereiten Demonstrant_innen veranlasst Ordnungsbehörden zur hermetischen Abriegelung von ganzen Innenstädten, die ‘Angst’ vor Migrant_innen führt zu einer Abschottungen der Grenzen im Innern wie nach Außen. Dabei wird Angst nicht nur durch den gesellschaftlichen Diskurs und dominante Akteure geprägt, im Neoliberalismus sind es die Subjekte selbst, die ‘gefährlich und angstvoll’ leben.
Der Workshop versucht diese Phänomene der Angst in den Blick zu nehmen. Unser konkreter Gegenstand der Analyse sind dabei besonders Politiken im städtischen Raum, anhand des Beispiels der jüngsten Repression gegen die Blockupy-Proteste 2013. Gemeinsam mit Euch wollen wir zunächst einen theoretischen Zugang finden: hierzu wollen wir einen kurzen Ausschnitt aus den Vorlesungen von Michel Foucault am College du France sowie Abschnitte aus der polizeikritischen Doktorarbeit des Philosophen Daniel Loick lesen, um anschließend gemeinsam die theoretischen Bezüge anhand städtischer Politiken zu diskutieren.
Maximilian Pichl studiert Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und ist aktiv im arbeitskreis kritischer jurist_innen (akj) Frankfurt am Main

Lucas Pohl hat Humangeographie in Frankfurt am Main und Budapest studiert. Derzeit studiert er den Master Geographien der Globalisierung – Märkte und Metropolen an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Workshopphase III – Sonntag, 10-13 Uhr