In Kafkas „Vor dem Gesetz“ wartet ein Mann bis zum Ende seines Lebens vergeblich auf Zugang zum Gesetz. Dieser wird ihm durch einen Türhüter verweigert, der ihm regelmäßig sagt, gerade jetzt könne er ihn noch nicht einlassen und schließlich, als der dem Sterben nahe Mann fragt, weshalb ihm seither kein anderer Zugang zum Gesetz gewährt wurde, dass dieser Eingang allein für ihn bestimmt gewesen sei und jetzt geschlossen werde.
Was dies mit der Rechtswirklichkeit von Gefangenen zu tun hat, wenn sie versuchen, ihre Rechte gerichtlich durchzusetzen und wie sich diese Situation verändert seitdem der Sicherungsverwahrung in Politik und Öffentlichkeit so große Bedeutung beigemessen wird, ist Thema des Workshops. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen werden dafür schriftliche Gefangenenanfragen an das Strafvollzugsarchiv zugrunde gelegt. Schließlich sollen Möglichkeiten studentischen Engagements am Beispiel der Rechtsberatung für Gefangene (Legal Clinic an der Universität Bremen) aufgezeigt werden.

Prof. Dr. Christine Graebsch ist Leiterin des Strafvollzugsarchivs.

Workshopphase II – Samstag, 15-18 Uhr