In diesem Workshop möchte ich der Frage nachgehen, wie Integration, Kohäsion und dynamische „Entwicklung“ der bundesrepublikanischen Gesellschaft durch politische Interventionen im Rahmen demokratisch-kapitalistischer Staatlichkeit – durch Politiken des Sozialen – organisiert wird. Dabei möchte ich eine Perspektive vorstellen, mittels derer unterschiedliche Politikfelder – bspw. Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, Kriminalpolitik, Stadtentwicklungspolitik, Integrations- bzw. „Ausländer“-Politik – und diverse Machtstrategien – juridisch-exekutive Sanktionierung, Kontrolle, Disziplinierung sowie gouvernementale Regierung – in ihrem Zusammenhang untersucht werden können.
Welche Verbindungen bestehen zwischen staatlich geförderter Prekarisierung, aktivierender Arbeitsmarktpolitik und strafender Staatlichkeit? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Migrations- und Integrationspolitiken und mittelschichtsorientierter Stadtumstrukturierung? Diesen Fragen soll – nach einem Input – Anhand von historischen und gegenwärtigen Beispielen gemeinsam nachgegangen werden.
Soviel sei verraten: Es geht um die Herstellung von Arbeitsmoral, von spezifischen legitimen Lebensweisen und Subjektivitäten, um regierbare Subjekte ebenso wie um deren Anderes. „Arbeitslosigkeit“ und „Kriminalität“ spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Moritz Rinn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung

Workshopphase I – Samstag, 10-13 Uhr