Seit über zehn Jahren ist das Prostitutionsgesetz in Kraft, das klarstellte, dass Sexarbeit nicht sittenwidrig ist und dazu beitragen sollte, die Rechte von Sexarbeiter/innen zu stärken.
Trotzdem ist der Begriff der Prostitution aus dem Strafrecht nicht verschwunden.
Für diejenigen, die sich als aussagebereite Zeuginnen in Verfahren wegen Menschenhandels zur Verfügung stellen, wurden, auch in Umsetzung von EU-Richtlinien, der Zeuginnenschutz und die aufenthaltsrechtliche Stellung verbessert.
Daneben sind Sexarbeiter/innen immer noch der Repression ausgesetzt, z.B. durch die Sperrgebietsverordnung oder, soweit es sich um Arbeitsmigrant/innen handelt, durch das Aufenthaltsgesetz. Politisch wird nach Möglichkeiten weiterer Befugnisse zur Kontrolle von Sexarbeit gesucht und Bürgerinitiativen kämpfen für die Beseitigung der Sexarbeiter/innen aus den gentrifizierten Vierteln – oft gerechtfertigt mit der Notwendigkeit, Frauen vor der sog. „Zwangsprostitution“ zu schützen.

In dem Workshop soll es um die Fragen gehen
- was heißt eigentlich „Zwangsprostitution“? Die Straftatbestände „Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung“ und „Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft“
- wie ist die Situation von Zeuginnen in Menschenhandelsverfahren, wie werden sie geschützt und unter welchen Bedingungen?
- Ist Prostitution noch strafbar? Repression gegen Sexarbeiterinnen am Beispiel Hamburg St. Georg

Daniela Hödl ist Rechtsanwältin und arbeitet als Strafverteidigerin und Nebenklagevertreterin in Menschenhandeslverfahren

Workshopphase I – Samstag, 10-13 Uhr